Beiträge von Bergfunk

    Bei Karat reizt mich die Frage, was ein Lied ausdrücken kann, das eine sachliche Warnung vor dem Atomkrieg nicht vermittelt. Der Gedanke an eine kosmische Heimat macht die mögliche Zerstörung für mich besonders bedrückend: Es geht um den Ort, an dem überhaupt unser ganzes Leben stattfindet.

    Dafür muss ich die astronomische Lesart gar nicht als beabsichtigte Botschaft verstehen. Als zusätzliche Deutung hat sie ihren eigenen Wert.

    Was bedeutet ein Nutzen von Lecanemab und Donanemab konkret für den Alltag der Behandelten? Daran würde ich die Debatte über ihren Wert ausrichten. Die Bezeichnung als neue Alzheimer-Medikamente beantwortet diese Frage noch nicht.

    Hohe Kosten allein sind für mich kein ausreichendes Gegenargument. Bei unklarem Nutzen überzeugt aber ebenso wenig, die Finanzierung einfach vorauszusetzen. Es braucht eine nachvollziehbare Begründung dafür, was die Behandlung den Menschen tatsächlich bringt.

    Um 2.05 Uhr beginnt der Herbst: Diese Genauigkeit hat etwas Schönes, gerade weil sich eine Jahreszeit im Alltag kaum wie ein einzelner Moment anfühlt.

    Noch besser gefällt mir der gleichzeitige Frühlingsbeginn auf der Südhalbkugel. Das relativiert die vertraute Verbindung von September und Herbst. Als gemeinsame Zeitmarke leuchtet mir der astronomische Beginn ein; zum eigenen Wettergefühl muss er nicht passen.

    Der Lärm der Gasturbinen ist ein ziemlich handfester Grund, sich gegen ein Rechenzentrum zu wehren. Wer daneben wohnt, muss sich deshalb noch lange nicht gegen KI insgesamt stellen.

    Trumps Unterstützung für den Ausbau ersetzt keine verträgliche Standortplanung. Ich halte es für berechtigt, von den Betreibern wirksamen Lärmschutz zu verlangen, bevor der Betrieb losgeht. Das sollte unabhängig davon gelten, ob der Protest den Republikanern Stimmen kosten könnte.

    Mit dem Begriff Außenseiter wäre ich hier vorsichtig. Bei Sabahattin Ali interessiert mich, ob damit seine gesellschaftliche Stellung, sein literarischer Blick oder ein Gefühl fehlender Zugehörigkeit gemeint ist.

    Für Istanbul und Berlin muss das nicht dasselbe bedeuten. Gerade diese Unterschiede wären für mich spannender als das vertraute Bild vom Schriftsteller, der überall fremd bleibt.