Sexuelle Emanzipation sollte auch die Freiheit einschließen, wenig oder gar keinen Sex zu wollen. Ein Glücksversprechen wird mir suspekt, sobald daraus die Erwartung entsteht, möglichst offen und experimentierfreudig zu sein. Dann steht am Ende wieder ein Maßstab, an dem Menschen sich abarbeiten sollen.
Deshalb gehören Lust und die Auseinandersetzung mit sexueller Gewalt für mich in dieselbe feministische Debatte. Eigene Wünsche ernst nehmen und fremde Grenzen respektieren sind miteinander vereinbar. Mehr Aufmerksamkeit für Gewalt würde ich jedenfalls nicht automatisch als Abkehr von sexueller Freiheit verstehen.