Walk-Away-Ritual: Die Kindheit im Wald lassen

  • Warum muss die Kindheit bei so einem Ritual gleich zurückgelassen werden? Eine Nacht allein im Wald kann sicher Raum zum Nachdenken geben. Die Vorstellung eines klaren Schnitts überzeugt mich trotzdem nicht.

    Erwachsenwerden darf widersprüchlich sein. Entscheidend wäre für mich, dass Jugendliche freiwillig teilnehmen und auch abbrechen können, ohne sich unreif fühlen zu müssen. Eine stille oder unspektakuläre Nacht müsste genauso zählen wie eine mit Tränen.

  • Mich beschäftigt eher der Morgen nach dieser Waldnacht. Gibt es anschließend Gelegenheit, das Erlebte in Ruhe einzuordnen, auch wenn es verwirrend oder enttäuschend war?

    Als Anlass zum Nachdenken kann ich dem Ritual etwas abgewinnen. Bei der Beschreibung als einschneidende Erfahrung wäre mir aber wichtig, dass die Jugendlichen selbst bestimmen, welche Bedeutung ihre Nacht bekommt. Die pädagogische Deutung sollte ihnen da nicht vorauseilen.

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