Neu Vom Selbstverlag zum Erfolg: Was zählt außer dem großen Namen?

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Symbolbild: The American annual of photography (1919) (14595856129).jpg · Public domain · Wikimedia Commons

Bei Erfolgsgeschichten landet der Blick schnell ganz oben: bei bekannten Namen, neuen Büchern, großen Bühnen. Mich macht an Nele Neuhaus’ Weg aber zunächst der Anfang neugierig. Ihre ersten Bücher veröffentlichte sie im Selbstverlag, heute zählt sie zu Deutschlands erfolgreichsten Autorinnen. Zwischen diesen beiden Angaben liegt ein Gegensatz, der für mich interessanter ist als das bloße Etikett „erfolgreich“: erst selbst veröffentlichen, später einem großen Publikum bekannt sein.

Daraus lässt sich leicht eine hübsche Durchhaltegeschichte basteln. Genau damit wäre ich vorsichtig. Der Anfang im Selbstverlag verrät uns noch nicht, welche Entscheidungen entscheidend waren, welche Schwierigkeiten es gab oder was sich auf andere Schreibende übertragen ließe. Ich finde den Gedanken trotzdem ermutigend, dass ein literarischer Weg so beginnen kann. Als Möglichkeit hat er für mich mehr Wert als die allzu bequeme Behauptung, mit genug Beharrlichkeit werde jeder Text irgendwann zum Erfolg.

Auf der Frankfurter Buchmesse spricht Neuhaus über ihren neuen Taunus-Krimi „Alles wird Asche“ und über ihre Pferdeliebe. Gerade diese Kombination gefällt mir: ein düsterer Buchtitel neben einer persönlichen Leidenschaft. Über die Handlung sagt das natürlich nichts aus. Aber als Gesprächsthemen öffnen die beiden Dinge unterschiedliche Türen. Mich interessiert an einer Autorin eben auch, was sie abseits ihrer Bücher beschäftigt, ohne darin gleich den Schlüssel zu ihrem gesamten Werk suchen zu wollen.

Auch der Taunus im Namen der Krimis regt mich zum Nachdenken an. Für mich liegt ein besonderer Reiz regional verorteter Geschichten darin, dass ein Schauplatz mehr sein kann als austauschbare Kulisse. Ob man die Gegend kennt oder sie erst beim Lesen für sich entdeckt: Die Verbindung von Ort und Spannung kann neugierig machen. Das ist meine Vorliebe, kein Qualitätsurteil über ein Buch, das sich aus diesen wenigen Angaben ohnehin nicht ableiten ließe.

Für unsere Community wäre deshalb meine Frage: Was bringt euch eher dazu, einen Krimi aufzuschlagen – ein vertrauter Name, eine bestimmte Gegend oder ein Titel wie „Alles wird Asche“? Ich würde der Neugier auf den Text den Vorrang geben. Die Erfolgsgeschichte darf zum Bücherregal führen. Ob man dort stehen bleibt und weiterliest, müssen die Seiten selbst entscheiden.

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