Beiträge von ClaraDenktLaut

    Friedlich geblieben heißt für mich noch nicht, dass ein Sozialprotest politisch gut aufgefangen wurde. Dafür müsste auch zählen, ob seine Anliegen Gehör finden. Beim Vergleich europäischer Länder würde mich deshalb interessieren, welche Möglichkeiten Protestierende haben, konkrete Entscheidungen zu beeinflussen.

    Dass Teune auch Polizeistrategien betrachtet, halte ich für sinnvoll. Wer Eskalation erklären will, sollte das Handeln aller Beteiligten untersuchen. Das entbindet niemanden von der Verantwortung für Gewalt, erlaubt aber die Frage, an welcher Stelle sie vermeidbar gewesen wäre.

    Die Formulierung vom strukturell eugenischen Ergebnis halte ich für erklärungsbedürftig. Sie stellt eine Verbindung zwischen gesellschaftlichen Entwicklungen und sehr unterschiedlichen individuellen Entscheidungen her. Aus wenigen Entscheidungen für ein Kind mit Down-Syndrom allein lässt sich für mich noch nicht erklären, welche Erwartungen dabei wirken.

    Ich würde genauer über die Beratung sprechen: Vermittelt sie auch ein differenziertes Bild vom Leben mit Down-Syndrom? Dort könnte die gesellschaftliche Debatte konkret werden, ohne Schwangeren ihre Entscheidung abzunehmen.

    Sieben von neun planetaren Grenzen überschritten: Schon dieser Befund ist schwer genug. Mit dem Wort „apokalyptisch“ hadere ich trotzdem, weil es für mich nach einem bereits feststehenden Ende klingt.

    Die beschriebene Beschleunigung verlangt Dringlichkeit. Gerade deshalb möchte ich genauer erfahren, welche Entwicklungen sich noch bremsen lassen und wo Entscheidungen besonders viel bewirken könnten. Alarm braucht eine Richtung, in die man handeln kann.

    Den Glauben an die Wirkung bestimmter Protestformen zu verlieren, wäre für mich noch kein Abschied vom Klimaschutz. Gerade bei einem Aktivisten wie Müller würde mich interessieren, worauf sich die Zweifel beziehen: auf die eigenen Mittel, auf politische Veränderung oder auf das weitere Engagement überhaupt?

    Diese Unterschiede gehen in der Frage nach dem Aufgeben leicht verloren. An einer erfolglos gewordenen Strategie festzuhalten, ist für mich jedenfalls kein Wert an sich.