Fische ohne Wasser: Warum der Nachthimmel Wortwitz verträgt
Bergfunk
Fischers Fritze hat am Himmel einen merkwürdigen Arbeitsplatz: reichlich Aussicht, kein Wasser. Der bekannte Zungenbrecher führt diesmal gedanklich zu den himmlischen Fischen, die sich in diesen mondlosen Nächten entdecken lassen. Diese Verbindung von Sprachspiel und Sternen gefällt mir ausgesprochen gut. Sie gibt einem astronomischen Thema einen vergnügten Auftakt. Schon bevor eine Sachfrage auftaucht, ist da ein Bild, mit dem sich im Kopf etwas anfangen lässt.
Für meinen Geschmack darf Wissen öfter so beginnen. Ein alberner Satz kann durchaus ernsthafte Neugier wecken. Bei den Fischen möchte ich etwa wissen, wie ich sie am Himmel erkenne und wie aus dem Blick nach oben ein Wiedererkennen wird. Der Wortwitz beantwortet das noch nicht. Aber er macht mir Lust auf die Antwort. Als erste Einladung hat er damit schon einiges geleistet.
Besonders reizt mich das Wort „fangen“. Beim himmlischen Fischen stelle ich mir einen Fang vor, der niemandem gehört und den niemand mitnehmen kann. Das ist eine wohltuende Vorstellung: Etwas entdecken, sich darüber freuen und es genau dort lassen. Ich würde daraus keine große Lebenslehre machen wollen. Als spielerischer Gedanke für einen Blick in die Nacht reicht es mir völlig.
Auch hier in der Community könnte diese Leichtigkeit Platz bekommen. Wer die Fische erkennt, könnte beschreiben, woran der eigene Blick Halt findet. Wer zunächst ratlos bleibt, dürfte das genauso erzählen. Ich fände einen Austausch schön, in dem eine einfache Frage wie „Wo muss ich eigentlich hinschauen?“ willkommen ist. Gerade beim gemeinsamen Entdecken sollte niemand erst mit Vorwissen glänzen müssen, um mitreden zu dürfen.
Eine kleine Sympathieerklärung an den Unsinn bleibt deshalb hängen: Fische am Firmament und ein Fritze, der sich beinahe die Zunge verknotet, sind für mich ein gutes Gespann. Die mondlosen Nächte geben den Anlass zum Hinsehen. Ob dabei sofort ein vertrautes Bild auftaucht oder erst einmal eine Suchfrage, darf offenbleiben. Fischers Fritze jedenfalls müsste für diesen Ausflug seine Angel zu Hause lassen.
Quelle: Tierische Sternbilder - Fröhliches Fischen am Nachthimmel